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At night a candle's brighter than the sun The Big Wahoonie Quark Matter Bezirk von Kolumbia Neues aus Zürich Klassenfahrt Annecy 2011 Riedbergbahn von oben Montreal? November

At night a candle's brighter than the sun

Ich mag ja wirklich gerne Musik. Und bin ein riesiger Sting-Fan. Das nur mal so am Anfang.

Letzte Woche war ich auf der letzten Konferenz für dieses Jahr, nach nur etwas mehr als einer Woche daheim ging es mit dem Flugzeug nach Ηράκλειο (Iraklio) auf Κρήτη und von dort aus mit dem Taxi nach Λιμένας Χερσονήσου (Chersonisos), wo die FAIRness 2012 stattfand, die junge Wissenschaflter, die sich mit FAIR-relevanter Physik beschäftigen, zusammenbringen sollte. Das Zielhotel hatte einen schönen Strand und war all-inclusive, und der Workshop hatte lange Mittagspausen (man muss ja auch das ganze neue setzen lassen und in entspannter Atmosphäre weiterdiskutieren können!).

Nun war das Wetter schön, die Wellen meistens auch sehr planschfreundlich hoch (diejenigen, die lieber schwimmen wollten, hatten an anderen Tagen Spaß als ich), und das bessere Kissen nach der ersten Nacht dann im Schrank entdeckt. Doch dann sitzt man an draußen in der kühlen Abendluft, probiert mehrere Cocktails aus und kommt zu dem Schluss, dass in keinem von denen Alkohol enthalten ist. Dafür aber ganz viel Saft, der absolut künstlich schmeckt (Ich sollte anmerken, dass ich wegen meiner Anisabneigung nichts auf Ouzobasis probiert habe. Es gab wohl erträgliche Drinks, wenn man diese Einschränkung wegfallen hat lassen). Was macht der gute Deutsche da (nein, nicht beschweren)? Genau — Bier trinken. Das war wenigstens recht gut. Mittags ging es immer, abends meistens in das selbe Restaurant wie beim Frühstück, mit großem Buffet und schlechtem Salat. Zur Untermalung des Essens gab es dort ein wenig Hintergrund-Musik, und die eine CD, die die hatten, begann mit "Englishman in New York" von Sting. Und die lief bei jeder Mahlzeit. Jeden Tag. Ohne Shuffle, immer gleiche Reihenfolge. Und so habe ich die Zeile "at night a candle's brighter than the sun" etwa eine Milliarde mal gehört diese Woche. Und da ich das Lied so mag, hatte ich jedes Mal einen Ohrwurm davon. Mann, bin ich froh, dass ich nicht bei sowas arbeite!

Auch froh bin ich, dass ich nicht in Griechenland oder Spanien lebe. Meine Meinung zur Krise ist ja eher, dass die deutsche Politik des Lohndumpings in den letzten Jahren unseren wirtschaftlichen Erfolg auf Kosten der südeuropäischen Länder möglich gemacht hat, und dass unser Konzept zur Krisenbewältigung — Schuldenmachen bis zum geht nicht mehr — das absolut richtige ist. Die Ansicht, anderen Ländern verbieten zu wollen, Schulden zu machen, halte ich deshalb für einen Schritt in die falsche Richtung — das wird, glaube ich, die Länder immer weiter in die Krise reintreiben.

Soviel zu meiner Meinung über die Krise. Eine der tollsten Dinge an der Forschung finde ich, dass hier so viele Leute aus so vielen unterschiedlichen Ländern zusammen kommen. Der eine Italiener, den ich auch mittlerweile schon ewig kenne, erzählte von (seiner Sicht auf) dem italienischen Ansatz Montis: Er gehe nach Berlin (nicht Brüssel, Berlin. Teil meines Problems. Aber egal:) und sagt "ja, wir können machen, was ihr sagt, kein Problem, aber dann ist in zwei Wochen Berlusconi wieder da". Eine ernstergemeinte Diskussion hatte ich mit einer Spanierin. Dabei waren wir uns vollkommen einig: "Wir sind Hauptschuld, nicht die". Wir waren uns nur nicht darüber einig, wer "Wir" und wer "Die" sind. Die Wahrheit liegt natürlich dazwischen — die Spanier haben Mist gebaut, die Griechen haben Mist gebaut, die Deutschen haben Mist gebaut. Und alle haben noch lange nicht damit aufgehört. (Und alle anderen Staaten sind dadurch noch lange nicht ausgenommen.)

Am Ende habe ich einen leichten Sonnenbrand auf den Schultern, noch etwas Sand in meinen Schuhen, viele schöne Erinnerungen, ein Feuerwerk in Hanau beim Landeanflug auf Frankfurt von oben gesehen (!), kaum Bilder diesmal, und kaum Zeit, bevor die nächste Tour losgeht, dann aber wirklich als Urlaub; Freitag geht's auf den Balkan.

Oh, und apropos: Der Workshop war super organisiert, und die arme Hauptorganisatorin hat am Ende als einzige ihr Gepäck verloren. Das hat echt nichts mehr mit FAIRness zu tun.

Unter: physik, konferenz, uni, reisen, politik

Bjørn, 11. September 2012

The Big Wahoonie

Ich war ja letztes Jahr schonmal in Manhattan, jenen 59km², über die so viel geschrieben, gesungen, gesagt und gedichtet wurde, und die man trotzdem selbst erlebt haben muss, um einen Eindruck zu bekommen. Diesmal hatte ich nach eineinhalb Tagen Washington nach der Konferenz und dreieinhalb Stunden Zugfahrt noch etwa zweieinhalb Tage Zeit in New York. Mit vier Mann Begleitung, die alle noch nicht im Big Apple waren, richtete ich mich nach deren Wünschen und habe selbst noch viel Neues entdeckt, einiges wiedergesehen, vor allem den (fast) allgegenwärtigen Müllgeruch wiedergerochen und den allgegenwärtigen Lärm gehört.

In Washington war ich noch einmal bei ein paar (anderen) Monumenten in der Nacht, habe das Nationale Luft- und Raumfahrtmuseum angeguckt (und war nach sechs Stunden völlig platt) und habe festgestellt, dass nach neun Uhr abends an einem Sonntag keine gute Zeit ist, in der Innenstadt noch Gastronomie zu suchen. Washington hat aber noch eines, das erwähnenswert ist: Unendlich viel Fluglärm, sowohl von Flugzeugen als auch von Hubschraubern. Nicht gut. Das Museum aber war atemberaubend cool, und da der Eintritt umsonst ist, empfehle ich allen, lieber zwei halbe Tage reinzugehen statt einen ganzen, um wirklich für alles aufnahmefähig zu sein. Durch die letzten Ausstellungen sind Gunnar und ich nur noch zombieartig durchgelaufen, ohne wirklich viel zu sehen.

Blick entlang des Federal Triangles (rechts, mit dem Turm des alten Post Office) zum Kongress. Blick vom Lincoln Monument zum Washington-Phallus. (©: Gunnar Gräf) Sicher nicht das aufregendste Bild, das jemals mit dem Hubble-Teleskop aufgenommen wurde, aber das ist ja auch nur der Prototyp da hinter mir… (©: Gunnar Gräf)

Gleiches kann einem auch in New York City geschehen, aber da muss man immerhin nur gucken, nicht lesen. Gunnar und Stefans Wünsche (Christoph und Thomas haben langschlafbedingt ihr eigenes Ding gemacht) führten mich auf die (kostenfrei benutzbare) Staten Island Ferry, die an Ellis und Liberty Island vorbeiführt, am Hudson entlang und zum High Line Park, einer alten Hochbahnstrecke, die nach und nach in den letzten sechs Jahren zu einem Naherholungsgebiet mit mal wieder komplett anderem Blick auf die Stadt um/ausgebaut wurde. Und das letzte Stück fehlt noch. Cool wird das vor allem dadurch, dass man nicht am jedem Block stehen bleiben muss, weil die Ampel grade rot wird, wenn man ankommt.

Amerikanische Oberleitung. Die hängt schnurgerade in der Mitte des Gleises, ich dachte immer, das würde nicht gehen, wegen der Abnutzung der Stromabnehmer!? Blick am High Line Park nach Norden.

Heute, letzter Tag, bin ich nur noch mit Stefan unterwegs, die anderen drei sitzen im Zug zu den Niagara Falls. Im Nationalen Museum für die Ureinwohner haben wir eine nette Ausstellung über den Einfluss der Indianer auf die Popkultur gesehen, und jetzt sitze ich im Bryant Park und warte auf Stefan, der hoffentlich nicht mehr in der Schlange steht (edit: stand er nicht mehr), um vom Empire State Building aus über die Stadt zu gucken (was mir die Gelegenheit gobt, soviel auf meinem Handy zu bloggen). Außer Essen und einem Buchlanden steht dann auch nichts mehr auf den ToDo-Listen, sodass wir gegen 18 Uhr unser Gepäck aus dem Hotel holen und uns auf nach JFK machen, wo der Flieger nach Frankfurt um 21:50 Uhr abfliegen soll.

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Bjørn, 22. August 2012

Quark Matter

Quarkmaterie. Das ist, wie schon gesagt, der Name des Anlasses meiner USA-Reise. Die großen Beschleuniger, an denen Experimente für unser Feld gemacht werden, stehen in Genf, da wird seit 2010 gemessen, auf Long Island, wo seit 2000 Daten gesammelt werden und wo es momentan viel Überzeugungskraft braucht, Gelder für weitere Jahre von den Politikern zu bekommen, und bei Darmstadt, wo ab 2018 physikalische Fragen beantwortet werden sollen. Daraus erklären sich teilweise die Orte: Annecy nahe Genf letztes Jahr mit den ersten Ergebnissen, Washington bei den Entscheidungsträgern dieses Jahr, Darmstadt in zwei Jahren (der Zyklus ist nominell 1½ Jahre). Und für 2015 wurde Japan ausgedeutet, aber erdbebenbedingt ohne genauen Ort.

Die Konferenz an sich war für mich anstrengend — man hat kaum eine Minute für sich, die Nächte sind kurz und ich schranze oft nahe an der Reizüberflutung lang. Dafür war das Essen okay (besser als in Frankreich letztes Jahr), die neuen Ergebnisse aus Experiment und Theorie spannend genug, um nicht ständig einzuschlafen, die Organisation bis auf wenige Kleinigkeiten tadellos (im starken Gegensatz zu 2011!) und mein Zimmernachbar sehr angenehm (genau wie 2011, war ja derselbe).

Am ersten Tag, als die großen Übersichtstalks liefen, fand ich bei Twitter einen Wissenschaftsjournalisten, der aus dem Saal livetwitterte. In der Kaffeepause haben wir uns getroffen und unterhalten; sehr erhellende Einsichten von einem Außenseiter auf unser Feld (er ist Gravitationsphysiker). Es gab zwei Abendvorträge, einen über Energie und woher wir sie kriegen (den ich schonmal in Frankfurt gesehen habe und den ich trotzdem gut fand), und die richtige After-Dinner-Speech nach dem Gala-Dinner vom schlechten Astronomen Phil Plait der unter dem Titel Death from the Skies über Asteroiden, Kometen, grotten- und nicht ganz so schlechte Hollywoodfilme, Sonnenwinde und andere Möglichkeiten, wie das Leben auf der Erde durch kosmische Einflüsse beeinträchtigt werden könnte, berichtete. Das war die beste After-Dinner-Speech, die ich bei einer QuarkMatter je erlebt habe, und immerhin muss die sich dem Bericht über die Pathfinder-Mission vor zwei Jahren in Tennessee messen.

Und natürlich trifft man Leute, und zwar zu Hauf. Alte Weggefährten aus Frankfurt, aus Bergen, Leute, die doch keine Weggefährten wurden wie die aus Montreal, Konferenzbekannschaften, die man immer wieder gerne trifft.

Alles in Allem eine schöne Konferenz, die auch die Unmengen (per Atmosfair abbezahlten) Mengen CO2, die der Flug über den großen Teich verursacht hat, lohnenswert erscheinen lassen. Und ob ich, sechs Wochen vor dem Ende meines Vertrages, die Reise zur nächsten Quark Matter werde bezahlen lassen können, daran besteht nicht wirklich ein Zweifel.

(Disclaimer: Mein Arbeitgeber hat die Aufgabe, die neue Anlage in Darmstadt vorzubereiten und zu promoten.)

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Bjørn, 22. August 2012

Bezirk von Kolumbia

District of Columbia. Washington also; da bin ich grade. Die nächste QuarkMatter-Konferenz, nach der in Annecy letztes Jahr und Knoxville, TN vor drei Jahren. Heute ist Halbzeit der sechstägigen Konferenz, und den freien Nachmittag habe ich genutzt, um auf eigene Faust die Stadt anzugucken.

Was wird mir wahrscheinlich hiervon im Gedächtnis bleiben? Ich glaube, drei Dinge: Vor allem die ständigen Temperaturunterschiede. In geschlossenen Gebäuden ist es kühl, aber selten angenehm, eher wirklich kalt, und draußen schwitzt man sich fast zu Tode. Der Übergang ist jedes Mal abrupt und sehr, sehr unangenehm. Zweitens die Metro, aber nicht, weil sie hier besonders aufregend wäre, eher wegen dem Gegenteil: die Züge sind hässlich und alle (unterirdischen) Stationen sehen gleich aus. Und nichtmal schön, vor allem dunkel. Aber das ist wohl gewollt, sonst könnte man einfach die Wände weiß streichen, das würde schon so viel ausmachen…

Typische Metrostation in Washington, DC. Die einzige Variation ist manchmal, dass es einen Mittelbahnsteig gibt, und dass die Abgänge manchmal woanders sind. Kreuzungsbahnhöfe sind einfach zwei solche Stationen rechtwinklig aufeinandergesetzt, eine davon mit etwas höherer Decke.

Das dritte sind die Monumente. Ich halte zwar nicht unbedingt viel von Prachtbauten, aber beeindruckend sind die ganzen Teile schon. Dank der Anregung von einem Freund sind wir am ersten abend (naja, dem zweiten, der erste war nur Ankommen und Ins-Bett-fallen) bei Nacht zu einer Tour an die großen Denkmäler aufgebrochen, und auch wenn es ökologischer und klimatologischer Frevel ist, soviel Licht in den Himmel zu blasen, erzeugt der Teil der Lichtes, der auf den Obelisk und die anderen Prunkbauten fällt, wirklich eine schöne Stimmung. Auch tagsüber, das habe ich dann eben heute bemerkt, sind die Bauten eindrucksvoll. Leider ist die Washington Mall, also der Bereich zwischen Kongress und Lincoln Memorial, wie auch viele andere Stellen in der Stadt, momentan Baustelle, was der Fotogenität nicht direkt zuträglich ist.

Das Kapitol. Wesentlich beeindruckender als das Weiße Haus, was ich aber auch nicht direkt klein fand… Washington Monument (das große Phallus-Symbol links) und Jefferson Monument (das mit den Säulen und der Kuppel rechts) mit mir im Bild.

Am Samstag ist die QuarkMatter zu Ende, dann habe ich noch den Sonntag hier, Montag geht es mit dem Zug zurück nach New York, und Mittwoch abend der Flieger nach Europa. Mal sehen, was ich dann noch zu berichten weiß.

Unter: physik, konferenz, uni, reisen

Bjørn, 15. August 2012

Neues aus Zürich

Im letzten Monat bin ich durchaus auch unterwegs gewesen, aber nie so lange und ausführlich, dass sich ein eigener Artikel wirklich gelohnt hätte. Aber nun:

Geärgert hatte ich mich an Christi Himmelfahrt. Weil die CDU-Dezernenten in Frankfurt per Rasenmähermethode alle Veranstaltungen in der Stadt verboten hatten, kam eine etwas bedrohliche Stimmung auf, die meinen Arbeitgeber dazu bewogen hat, das Gebäude am Brückentag zu schließen, man weiß ja nie (und das 10 km von der Innenstadt entfernt, na gut). Die Ankündigung dazu kam am Mittwoch um 17:30 Uhr. Wirklich realisiert, dass ich dadurch viereinhalb Tage zum Reisen hatte, habe ich aber erst am Donnerstag nachmittag, und da war das Zeitfenster für anstehende Touren schon vorbei. Schade.

Dann gab's die Woche drauf eine Feier zum Beginn des dritten Drittels des Frühlings, zu der ich einige Freunde eingeladen hatte, und das Wetter hat zum Glück mitgespielt. Am Wochenende wollte ich dann mein neues Intelligentes Telefon mit auf die Gitarrenorchesterfreizeit nehmen, habe dann aber festgestellt, dass Twittern ohne Handynetz nicht wirklich geht. Schade.

Endlich wirklich unterwegs war ich dann am 3. Juni, als ich nach Koblenz fuhr, um im strömenden Regen die Sonderfahrten der E 69 zu fotografieren. Der Freundliche Herr in Blau war am Freitag schon hingefahren und nahm mich dann mit dem Leihwagen wieder mit nach Frankfurt.

Tags drauf ging es dann mit Eltern und Schwester im Zug nach München, um abends in die Generalprobe von Neues aus der Anstalt zu gehen, bei der Gelegenheit habe ich mich mit meiner alten Bürokollegin, die jetzt in München arbeitet, getroffen, und alte und neue Geschichten ausgetauscht. Die Rückfahrt am nächsten Tag war dank des netten Tf mit freier Sicht nach vorne. Juchuh.

Die letzte belanglose Episode der letzten dreißig Tage führte mich mit 4 Freunden letztes Wochenende nach Zürich, um zwei sehr gute Freunde zu besuchen und ihnen Apfelwein vorbeizubringen. Die Hinfahrt am Freitag war mit Nahverkehrszügen in 7:07 Stunden und fünf Umstiegen, die Rückfahrt nach zwei Stunden Schlaf um 6 Uhr morgens ab Zürich mit dem ICE. Ich bin mir noch nicht sicher, was anstrengender war. Zwischendurch konnte ich am Walensee wandern, über den Zürichberg spazieren, das Auftakt der Deutschen bei der Fußball-EM ansehen und wenig schlafen. Und am Montag im Büro habe ich es sogar bis zum Feierabend ausgehalten, ohne einzuschlafen!

Und ich erwähne das erst unten, weil es eigentlich eh klar ist: Alle Anschlüsse auf allen Fahrten (auch die 9 Minuten in Karlsruhe und die 3' in Winterthur) haben geklappt. Das Schlimmste waren 9 Minuten Verspätung bei der Fahrt nach Koblenz, der Rest war durch die Bank weg bei < 3' Verspätung und bei bis zu 3' zu früher Ankunft. Kann man da meckern?

Unter: reisen, bahn, uni

Bjørn, 12. Juni 2012

Klassenfahrt

Und noch ein Lebenszeichen aus Annecy, während ich im Bus sitze, der gleich Annecy verlassen und irgendwann heute Nacht in Frankfurt ankommen wird. Die Konferenz ist zuende, die nächste Quark Matter wird im August 2012 im District of Columbia (also in Washington) stattfinden. Jetzt heißt's aber erstmal, die Ergebnisse dieser QM zu verdauen und zu sehen, was das nun für unsere Modelle und Theorien bedeutet. Mal sehen, was es dann nächstes Jahr alles Neues gibt…

So 'ne Konferenz ist aber bei allem Spaß und allen tollen Sachen ziemlich anstrengend, und es ist ganz gut, dass es nicht länger als eine Woche dauert. Das gilt neben der Kondition auch ganz besonders für den Geldbeutel, denn das Essen hier in Frankreich ist echt sauteuer, aber wenigstens ist das Essen nur halb-typisch französisch, sondern eher so, wie ich mir schweizer Essen vorstelle — viel Käse und Kartoffeln. Das Essen, das wir bei der Konferenz bekommen haben, ist schon eher typisch französisch gewesen: Wenig, fancy, alle lieben's außer Bjørn. Naja — außer, dass am Mittwoch scheinbar jeder Durchfall hatte. Französisches Essen ist ja soo toll.

Meine Karrierepläne kommen tatsächlich voran, Charles hat mich für Ende September nach Montreal eingeladen, und wenn ab jetzt alles gut läuft, wäre nächstes Frühjahr in Montreal anzufangen realistisch. Mal sehen, wie es bis dahin weiterläuft. Vorerst freue ich mich auf daheim, meinen Geburtstag nachzufeiern, die ganzen Sommerfeste, die jetzt so langsam auf mich zukommen, aufs Freibad und den ganzen anderen Kram, der Frühling und Sommer so toll macht.

Unter: physik, konferenz, uni, reisen, montreal

Bjørn, 28. Mai 2011

Annecy 2011

Viele Grüße aus Frankreich! Mal wieder führt mich eine Konferenz zu unserm südöstlichen Nachbarn, und abgesehen davon, dass ich momentan extrem müde bin und die Organisation der Konferenz durchaus ein bisschen verbesserungswürdig ist, ist es hier wirklich toll. Am Samstag Nacht habe ich auf einer Wiese mit meiner Ukulele gesessen, am Sonntag abend habe ich auf einer anderen Wiese mit derselben Ukulele gesessen, und jedes Mal hatte ich sehr nette Begleitung.

Heute abend — jetzt — ist hier in Annecy der Strom ausgefallen, komisch, die haben doch genug Kernkraft hier in Frankreich, dachte ich. Jedenfalls verhindert das, gepaart mit dem unglaublich schlechten Internet im Konferenzzentrum, dass ich mich nach Finanzierungsmöglichkeiten für eine PostDoc-Stelle in Montreal umschaue; ja, es scheint wieder näher gerückt zu sein.

Die Fahrt hier runter war in einem kleinen Bus, den wir mit Ukulele und Gesang etwa 7 der 10 Stunden lang beschallt haben, auf der Rückfahrt werden wir das wohl wieder machen, nur ist der Bus da größer & voller. Bis dahin genieße ich das gute Wetter hier und den schönen See und werde hoffentlich noch viele neue Dinge lernen, neue Leute kennenlernen, alte Leute wiedersehen (habe noch lange nicht alle Leute heute getroffen) und irgendwann auch Postkarten schicken. Und meine Gedanken sind eh momentan in Frankfurt…

Unter: physik, konferenz, uni, reisen, montreal, kernkraft

Bjørn, 23. Mai 2011

Riedbergbahn von oben

Eigentlich warte ich die ganze Zeit darauf, dass die Arbeiten an der Riedbergbahn mal wirklich abgeschlossen sind, aber noch fehlen an allen möglichen Stellen Dinge: Der Bahnsteig Wiesenau auswärts ist noch nicht auf voller Länge wiedereröffnet, in Niederusel fehlen Dynamische Fahrgastinformationen und die Sicherungsanlagen am Bahnübergang Kreuzerhohl und und und. Trotzdem hat ein mir namentlich bekannter Herr mich Anfang März davon überzeugt, dass man doch mal das gute Wetter nutzen kann und aufs Dach von meiner Arbeitsstelle FIAS gehen könnte, um Bilder der Bahn mit dem Taunus im Hintergrund zu machen. In den kommenden Jahren wird die Fläche zwischen Max-von-Laue-Straße und Riedbergallee bebaut werden, also sind diese Bilder nicht mehr lange möglich.

Bei strahlendem Sonnenschein und klarer Luft verbrachten wir also etwas mehr als eine Stunde zwischen 10 und 11 Uhr im eisigen Wind. Die Fahrplansituation bringt immer vier Züge in relativ kurzen Abständen, und das alle 15 Minuten: U9 nach Nieder-Eschbach, U8 nach Riedberg, U8 nach Südbahnhof und U9 nach Ginnheim. Die U3 kann man von da oben leider nicht sehen, höchstens in Bommersheim. Alles andere verdeckt der Lärmschutzwall der A5.

Das letzte Bild ist dann abends auf dem Weg nach Hause entstanden.

Zug der Linie U9 auf dem Weg nach Nieder-Eschbach. Im Vordergrund ist das Studentenwohnheim samt dazugehörigem Parkplatz zu sehen, und gleich verschwindet der Wagen hinter dem Unterwerk. Ein anderer Zug der U9, hier schon auf der Riedbergallee vor dem Bahnübergang Ruth-Moufang-Straße/Robert-Koch-Straße am Anfang der Haltestelle "Uni-Campus Riedberg". Im Vordergrund die Baustelle für das Infrastrukturzentrum (das ist der goldene Käfig zur rechten), im Hintergrund die Baugrube für die Riedbergallee 1. Außer der U9 fährt auf dem Riedberg auch noch die U8, die für gewöhnlich mit drei Wagen unterwegs ist. Hier ein Zug auf dem Weg zum Südbahnhof. Der letzte Wagen (617) hat Vollreklame für den Hessentag in Oberursel. Wenn man Glück hat, kann man auch mal zwei Züge gleichzeitig auf ein Bild kriegen, hier kommt der U8-Zug nach Riedberg mit dem führenden 605 mit Zoo-Werbung den Berg hoch, während der Zug zum Südbahnhof mit 617 gerade nach Niederursel verschwindet. Diese Bäume sind das letzte, was vom alten Riedberg übriggeblieben ist. Über deren Schicksal sind sich die veröffentlichten Pläne nicht einig; auf manchen Plänen werden hier bald Gebäude stehen, auf anderen bleibt hier ein Park. Ich drücke die Daumen, dass es ein Park wird…

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Bjørn, 10. März 2011

Montreal?

Also jetzt ist es wirklich in Ordnung, auf das Jahr zurückzublicken; viel wird nicht mehr passieren. Mit drei Konferenzen und einem eingeladenen Vortrag sowie meinem Kurzbesuch in Bergen vor zwei Wochen wirkt es eigentlich gar nicht so, als hätte ich keinen Urlaub dieses Jahr gemacht, und mit sechs Papern und einer Doktorarbeit scheint es auch nicht wirklich unproduktiv gewesen zu sein.

Und, auch wenn der November insgesamt eher negativ war (aber das habe ich ja schon mal erwähnt), hat mich das Jahr 2010 auch persönlich irgendwie weitergebracht. Dafür waren mit Sicherheit vor allem die Konferenzen und die dort geknüpften Kontakte verantwortlich, aber auch alles andere, was ich dieses Jahr gemacht habe. Selbst der November. Mindestens hat mich das Jahr zu dem Titel eines Doktor phil. nat. gebracht, aber das heißt für mich eigentlich nur, dass ich weiter für die Physik bezahlt werden kann. Klar, ein bisschen stolz darauf, wie ich es hingekriegt habe, bin ich schon, aber damit genug davon.

Nun ist Heilig Abend, die Tage werden seit gestern wieder länger, und im Januar kommt endlich mein verdienter Urlaub, der mich endlich nach Bulgarien bringen wird. Die Karten sind schon gebucht — am 11. Januar um 05:51 geht's ab Frankfurt Hauptbahnhof los. Die Rückfahrt ist noch nicht ganz geregelt, ich weiß nur, dass ich am 19. abends einen wichtigen Termin habe und daher wieder zurück sein muss. Aber diese eine Woche wird mit Sicherheit sehr toll!

Viele andere Pläne für 2011 habe ich noch nicht; ich würde gerne mal nach Montreal, weil ich mich dort für eine Postdocstelle bewerben mag, aber das ist grade erst in den Anfangsstadien — in den nächsten Tagen werde ich dem Professor dort einen Lebenslauf schicken und dann mal sehen. Vielleicht wohne ich im Sommer oder Herbst dann schon in Kanada.

Ansonsten will ich nächstes Jahr auch gerne mal wieder einen Sommerurlaub machen, mein Lieblingsziel dafür wäre natürlich mal wieder Norwegen. Aber das ist momentan noch so weit weg für mich, dass ich da nur von träume und noch lange nicht plane. Daher erstmal den Wunsch, dass ihr alle gut in das neue Jahr kommt (egal, ob das für euch persönlich vorgestern um 00:38, heute abend oder am 1.1. anfängt).

Unter: uni, montreal

Bjørn, 24. Dezember 2010

November

Schneemann auf  Bahnsteigskante

Auch wenn er noch nicht ganz um ist, kann ich glaube ich sicher sagen, dass der November nicht so ganz mein Monat war. Dazu sind zu viele Dinge nicht so gelaufen, wie geplant. Allerdings hatte das auch schon Ende Oktober angefangen, sodass ich schon auf einen ganzen Monat zurückblicken kann. Und, wie es sein muss, verabschieden sich diese dreißig Tage auch standesgemäß: Mit einer ordentlichen Erkältung. Na super.

Aber es gibt auch noch positive Dinge zu erwähnen, und die soll man ja nicht außer acht lassen. Zum Beispiel: Es gibt Schnee! (In dieser Phase des Jahres freut man sich noch über Schnee.) Da kommt auch das nette Bild eines Schneemannes auf der Bahnsteigskante her. Hier wird gerade der neue Bahnsteig der Haltestelle Wiesenau in Richtung Oberursel gebaut, und scheinbar haben die Bauarbeiter dort heute morgen für zumindest meine Erheiterung gesorgt. Auch toll: Der Termin für meine Dissertation steht nun endlich: Ich werde am Montag, den 13. Dezember um 9 Uhr morgens die Möglichkeit haben, meine Doktorarbeit vorzustellen und zu verteidigen. Hat mich echt gewundert: Mich haben viele Leute gewarnt, dass es ganz schwierig würde, einen Termin festzulegen, wenn noch nicht alle Umläufe (die Arbeit läuft in 5 Exemplaren unter den Professoren des Fachbereichs und den Dekanen der Nachbarfachbereiche um) abgeschlossen sind, und jetzt wird mir der Termin beinahe aufgedrängt!

Außerdem gibt es immer mal wieder Dinge, die man macht, um Spaß zu haben. Vorletztes Wochenende brachte mich sowas nach Weinheim, zu den Eisenbahnfreunden Weinheim e.V.. Dort konnte ich mal mit meiner Modellbahn spielen, zwei Bilder meines Interregios finden sich unten.

Ansonsten bereite ich momentan meinen Disputationsvortrag vor, werde in der Woche davor nach Bergen fliegen, um die Disputationen meiner beiden Kollegen von vor drei Jahren anzugucken, und dann ist da natürlich der übliche Stress mit den ganzen Weihnachtsfeiern und so… Ich bin fast versucht, eine persönliche Jahresbilanz zu ziehen, aber dieses Jahr passiert im Dezember nun noch was, das wirklich die Bilanz des Jahres maßgeblich beeinflussen wird, also halte ich vorerst meine Klappe.

Mal Modellbahn. Warum nicht? Meine verkehrsrote 103 mit einem 11-teiligen Interregio. Und aus der perspektive sieht man den Steuerwagen auch nicht. Aufgenommen bei den Eisenbahnfreunden Weinheim. Und der Interregio von hinten, der Steuerwagen. Die Länge des Zuges hat mir schon ziemlich gefallen, wenn er auch nicht komplett konsistent war. Aber was soll's, es hat Spaß gemacht. Schneemännchen am auswärtigen Bahnsteig Wiesenau. Wohl von den Bauarbeitern morgens aufgestellt — super!

Unter: baustelle, frankfurt, riedberg, uni

Bjørn, 30. November 2010

October - And Kingdoms rise, and Kingdoms fall, but you go on and on...

U2, october

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